Karostar Musikhaus Ornament

Karostar - Musikhaus St. Pauli - Büros, Läden und Tonstudios für junge Unternehmen aus der Musikbranche.


Städtebau

"Innerhalb einer Stadt wird ein freier Raum nur dann zu einem Platz, wenn er wirksam umschlossen wird" Camillo Sitte (Wien 1843-1903, Gründer des modernen Städtebaus).

Im Karolinenviertel mangelt es an funktionierenden öffentlichen Räumen; der Öhlmülenplatz ist gegenwärtig nur von zwei Seiten wahrnehmbar, die Rasenfläche zwischen der ehemaligen Schlachthalle und dem Bahngraben wird von der Nachbarschaft nicht angenommen. Um dort einen Komplex an funktionierenden öffentlichen Räumen zu schaffen, wird eine klare Gliederung von umschlossenen Plätzen hergestellt: dem Musikplatz, dem Schlachthallenvorplatz und dem Ölmühlenplatz.
Das Musikzentrum positioniert sich deshalb in respektvoller Entfernung zur Schlachthalle und bildet dadurch den größtmöglichen öffentlichen Platz zwischen Alt- und Neubau; gleichzeitig umschließt der Neubau einen geschützten Platz vor dem Kopfbau der Schlachthalle; schließlich bildet der schmale Riegel ein Rückgrat für den Öhlmühlenplatz, der somit zu einem vierseitig wahrnehmbaren Platz wird.
Das Musikzentrum öffnet sich zu dem wichtigen Achsen der Markt- und Mathildenstraße, um Weg- und Sichtverbindung zuzulassen.


Musikplatz

Der Musikplatz ist als Treffpunkt für das Musikzentrum, die Schlachthalle und das gesamte Viertel gedacht und besteht aus einem Holzplatz mit Holzbänken und aus einer Stufenanlage im Norden. Das Holz lädt zum Sitzen und Verweilen ein und sorgt auch im Sommer für ein angenehmes Klima. Eine, nach Süden gerichtete Tribüne schließt den Platz ab und bietet zusätzliche Sitzgelegenheiten mit optimaler Aussicht.

Die Aktivitäten des Musikzentrums und der Schlachthalle, wie Gründerzentren, Läden, Lokale, etc. tragen zur Lebendigkeit des Ensembles bei und profitieren gleichzeitig davon. Ereignisse wie Märkte, Konzerte und Open - Air Veranstaltung ergänzen die Funktionsvielfalt des Komplexes.


Architektur

Das Musikzentrum, bestehend aus dem länglichen Riegel und dem Solitärgebäude im Norden, steht in Korrespondenz zum Baukörper der Schlachthalle. In respektvollem Abstand zur Rinderschlachthalle rückt das Musikzentrum dicht an den Bahngraben.
Die gerillten zweigeschossigen Fassadenplatten aus durchgefärbtem Beton wurden speziell für dieses Bauvorhaben entwickelt und entsprechen, auf zeitgemäße Art, der Farbe, der Struktur und der Höhe des Altbaus. Die Fassadenplatten erhöhen außerdem die akustische Qualität des Platzes.
Der unverkennbare Charakter dieses Gebäudes für die Musik, wird in der freien Gliederung der Fassaden ausgedrückt.


Erschließung

Im Erdgeschoß befinden sich Tonstudios und Läden, in den oberen Etagen Büros unterschiedlicher Größe. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Treffen und dem Austausch der Nutzer des Musikzentrums geschenkt worden. In den zentral gelegenem Haupterschließungsbereichen stehen große und repräsentative "meeting - points" für Mieter und Besucher zur Verfügung. Ein wesentlicher Schauplatz für den Betrieb des Musikzentrums, wird natürlich durch den öffentlichen Platz angeboten.
Der Charakter dieser Musikwerkstatt wird im Innenraum von natürlichen Materialien wie Holz, höherwertigem Sichtbeton und Glas geprägt. Unformale, schlichte und offene Räume bieten jedem Mieter freien Raum zur eigenen Entfaltung.
Eine Tiefgarage, mit Zufahrt von der Feldstraße, ist direkt über den Aufzug erreichbar.


15.11.2004 - Dalpiaz, Giannetti Architekten



Karostar - Musikhaus St. Pauli - Ein Projekt der STEG Hamburg - Kontakt: +49 (40) 43 13 93 - 0
http://www.karostar.de
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